Das Ehrenamt im DRK Hilden

Das Deutsche Rote Kreuz in Hilden besteht seit nunmehr über 100 Jahren. Getragen wurde es in dieser Zeit ausschließlich durch die ehrenamtliche Tätigkeit seiner freiwilligen Mitglieder. Hauptamtlich Tätige hat es hier nie gegeben und wird es in absehbarer Zeit wohl auch nicht geben.

Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren sehr verändert:
So sind die Wochenarbeitszeiten wesentlich länger geworden und demzufolge die Freizeit, also die Zeit, in der eigene Aktivitäten entfaltet werden können, weniger geworden. Somit keine idealen Voraussetzungen für Vereine wie das Rote Kreuz, in denen Menschen in ihrer Freizeit eigenverantwortlich und gestaltend tätig werden können.

Zudem ist es so, dass sich viele Menschen nicht selber beschäftigen wollen oder gar können, daher also beschäftigt werden müssen. Dadurch "boomen" in den letzten Jahren nicht die Zahlen der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder, sondern eher die Umsätze der Freizeitindustrie: Freizeitparks entstehen allerorts, die Musicalwelle überflutet das Land, jedes Ereignis und jede Veranstaltung wird als ein "Event" vermarktet. Wer da nicht dabei ist, verpasst was!

Dabei wird jedoch eines Vergessen: Viele dieser Veranstaltungen würden ohne ehrenamtliche Helfer gar nicht existieren bzw. stattfinden dürfen. Das liegt unter anderem an den strengen Auflagen der Ämter. Denn wer eine Veranstaltung mit einer erwarteten mindest Besucheranzahl plant, kommt um einen Sanitätsdienst und/oder Brandwache nicht herum!

Dazu kommt noch, dass sich unsere Gesellschaft, zur viel zitierten "Dienstleistungsgesellschaft", wandelt bzw. gewandelt hat: immer mehr Arbeitsplätze in der Industrie und im Handwerk fallen weg, neue Berufe im Dienstleistungssektor entstehen dagegen. Wenn weniger produziert wird, müssen zur Schaffung von Arbeitsplätzen mehr Dienstleistungen erbracht werden. Service wird daher schon überall großgeschrieben. Aber - dafür muß man bezahlen! Das merkt man z.B. auch an den allerorts steigenden bzw. neu eingeführten Gebühren für Dienst- leistungen. Böse Zungen behaupten, daß man in Zukunft in Bus und Bahn nicht mehr nur den Fahrpreis zu entrichten hat, sondern auch noch eine Gebühr für den Service des Türöffnens durch den Fahrer. Vielleicht wandelt sich das Bewusstsein der Menschen daher immer mehr zu einem "Leistung-Muss-Gegenleistung-Bringen"-Denken.

Oder anders gesagt: "Jeder Handschlag will bezahlt werden!"

Eine Tätigkeit im DRK Hilden dagegen wird nicht entlohnt, da sie ehrenamtlich ist. Sie ist also "für lau". Die ehren- amtliche Tätigkeit im Deutschen Roten Kreuz liegt also momentan vielleicht nicht im Trend, aber das muss sie auch gar nicht:

Man braucht sich in seinem Handeln schließlich nicht immer nach dem Zeitgeist zu richten. Wer auf ihn trotzdem großen Wert legt, dem sei gesagt, dass das Pendel des Zeitgeistes irgendwann auch wieder zur anderen Seite ausschlägt. Wer also jetzt im DRK ehrenamtlich tätig ist, ist dem Zeitgeist damit sogar voraus!

"Ehrenamtlichkeit" im DRK ist schließlich auch eine Form der Freizeitgestaltung, die zwar kein Geld bringt, aber anders als viele andere Freizeitaktivitäten auch kein Geld kostet! (z.B. Mitgliedsbeiträge)

Und schließlich erhält man auch ohne Bezahlung genügend "Gegenleistungen": Anerkennung oder auch einfach nur mal ein "Dankeschön", wenn man jemandem geholfen hat.

Außerdem lernt man viele Leute kennen und kann Freundschaften schließen. Und die, kann man sich schließlich nicht kaufen ...